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Das Wildreservat Selous

Das Wildreservat "Selous" befindet sich im Südosten Tansanias und ist das größte Wildschutzgebiet auf dem afrikanischen Kontinent. Auf einer Größe von 55.000 Quadratkilometern leben unter anderem mehr als 50.000 Gnus, 140.000 Büffel sowie ca. 50.000 Impalas und Zebras und etwa 50.000 Elefanten sowie die wohl größte Population an Afrikanischen Wildhunden in Ostafrika. Die stark vom Aussterben bedrohte Tierart hat hier im Südosten Tansanias ein großes Rückzugsgebiet gefunden. Auch einige der ebenfalls stark vom Aussterben bedrohten Spitzmaulnashörner sind in dem riesigen Wildreservat zu finden. Außerdem lebt in den zahlreichen Flussläufen die weltweit größte Population an Krokodilen. Weitere Raubtiere sind aufgrund des großen Wildbestandes ebenfalls zahlreich vertreten.

Das Wildreservat, das 1982 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurde, vereint auf seiner Fläche verschiedene Vegetationszonen. So trifft man hier auf zahlreiche Steppen- und Savannenlandschaften sowie Gegenden mit bewaldetem Grasland. Dominierend in diesem Reservat sind jedoch die sogenannten Miombo-Wälder. Diese dichten Laubwälder bestehen hauptsächlich aus Akazien, welche in der Trockenzeit ihre Blätter verlieren.

Das auch als "Selous Game Reserve" bekannte Reservat ist ein Bestandteil des Selous Niassa-Ökosystems. Dieses umfasst mit einer Gesamtfläche von 700.000 Quadratkilometern einige der im Süden befindlichen Nationalparks oder Reservate des Landes, u.a. den Mikumi-Nationalpark oder das Niassa Game-Reservat. Ein Teil des eigentlichen Reservats eignet sich hervorragend für Fotosafaris, der andere wird ausschließlich für Jagdsafaris genutzt.


Fotosafari

Auf etwa 10 % der Fläche im Norden des Reservates, nördlich des 600 Kilometer langen Rufiji Rivers, befindet sich das Gebiet für Fotosafaris. In diesem Bereich sind wesentlich mehr Tiere anzutreffen als in den südlichen Jagdgebieten, wo die Wilderei weit verbreitet ist.


Jagdsafari

Die verbleibenden 90 % des Reservats werden jeweils in einzelne Parzellen unterteilt und dann an Großwildjäger bzw. andere Interessenten verpachtet. In diesen Gebieten kann innerhalb von festgelegten Abschussquoten Jagd auf Wildtiere gemacht werden. Dabei zahlen die Jagdinteressierten teilweise mehrere zehntausend Dollar, abhängig vom jeweiligen Tier, um das begehrte Ziel erlegen zu dürfen. Für den erfolgreichen Jäger bleibt nur eine Trophäe, das Fleisch der Tiere wird den in der Nähe wohnenden Einheimischen gegeben. In diesem Gebiet sind Fotosafaris nicht üblich, da sowohl die Infrastruktur für die Wagen nicht gegeben ist als auch die Sicherheit der Touristen vor bspw. entdeckten Wilderern nicht gewährleistet werden kann.


Wander- und Bootsafaris

Das Selous-Wildreservat ist einer der wenigen Nationalparks, der sich den Wandersafaris verschrieben hat. Als Wanderrouten im nördlichen Fotosafari-Gebiet dienen dabei die zahlreichen Flussbette oder von den Wildtieren ausgetretene Pfade. Während der gesamten Tour sollten die Besucher des Reservates darauf achten, eine gesunde Distanz zu den verschiedensten Wildtieren zu wahren. Begleitet werden die Besucher in der Regel von bewaffneten Scouts, die Tiere und Gegend sehr gut kennen. Neben Safaris auf dem Land werden auch regelmäßig geführte Bootsafaris auf dem Lake Tagalala und dem Rufiji River angeboten.


Lodges / Camps

Zu mehrtägigen Safaris oder Trekkingtouren durch das Wildreservat, hier ebenfalls nur im nördlichen Bereich, gehören auch Übernachtungen im Freien. In den zahlreichen Camps stehen die unterschiedlichsten Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung. Hier finden Sie zahlreiche preiswerte Zeltcamps am Lake Tagalala und am Rufiji River (95 USD pro Nacht mit Vollpension) wie beispielsweise das Mbega Camp, Safari Camp, Impala Camp, Wilderness Camp, das Rufiji River Camp oder das Riverside Camp. Daneben finden Sie innerhalb des Reservates auch einige Luxus-Zeltcamps mit Preisen von 200 USD und mehr pro Nacht (mit Vollpension) wie zum Beispiel die Mivumo River Lodge oder die Big 5 Lodge.


Gebühren / Eintritt

Das Reservat nimmt grundsätzlich eine Parkgebühr von 50 USD. Hinzu kommt eine Gebühr pro Person und Tag in Höhe von 15 USD. Die Gebühren der einzelnen Campsites, welche ebenfalls gesondert berechnet werden, belaufen sich in der Regel auf 35 USD pro Person und Nacht und bei speziellen Campsites auf 50 USD. Daneben wird noch eine Autogebühr von 40 USD pro Tag berechnet, sofern es sich nicht um schwerere Transporter handelt.


Anreise / Erreichbarkeit

Das Reservat kann per Auto unter anderem von Dar es Salaam aus über Kibiti und Utete über Asphaltstraßen (160 km) und anschließend Schotterpisten (110 km) erreicht werden. Darüber hinaus kann man das Reservat auch direkt von Dar Es Salaam (230 km Strecke, davon nur 15 % Asphalt) oder von Morogoro (ca. 200 km sehr schlechte Strecke) ansteuern. Die beiden wichtigsten Gates sind dabei "Matambwe" und "Mtemere" im Norden des Reservates.

Außerdem verkehrt zweimal pro Woche die Eisenbahn in Richtung Selous von Kisaki aus. Von hier kann man sich vom Personal der jeweiligen Zeltcamps abholen lassen. Diesen Service muss man allerdings beim Buchen der Reise mitbuchen. Als letzte Möglichkeit kann man das Reservat per Flugzeug ansteuern. Da in der Umgebung der meisten Zeltcamps und im Norden des Wildreservates ausreichend Landemöglichkeiten vorhanden sind, erreicht man das Reservat auch mit einem Charterflugzeug von Dar Es Salaam ohne Einschränkungen.


Die beste Reisezeit

Als beste Zeit für eine Reise in das Wildreservat "Selous" gilt die trockene Saison von Juni bis Oktober. Da das Reservat nahe der Küste liegt, sind die Temperaturen hier auch im Sommer angenehm. Am Tag ist es heiß und trocken, nachts kühlt es stark ab. Die beste Zeit für eine Bootssafari ist von November bis Februar, da in dieser Zeit der Wasserstand der Flussläufe und Kanäle höher ist. Zu diesen Wasserwegen besteht in der Trockenzeit kein Zugang. Allerdings kann es passieren, dass nach Regenschauern einige Anfahrtswege nur schlecht oder gar nicht befahrbar sind. Während der Regenzeit von März bis Mai ist das Wildreservat "Selous" generell für Fahrzeuge geschlossen.