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Sansibar

Küste des Schwarzen Mannes

Sansibar - Küste des Schwarzen Mannes – unter diesem Namen ist diese tropische Perle, etwa 30 km vor der Küste Ostafrikas, als ein Teil des Staates Tansania bekannt. Es ist eine multikulturelle Inselgruppe, bestehend aus der Hauptinsel Unguja und der deutlich kleineren, nördlich gelegenen Privatinsel Pemda. Dem Besucher von Sansibar bietet sich der einmalige Anblick von herausragender Kultur und Architektur in Form von Moscheen, Kirchen und Hindu-Tempeln, sowie britische Kolonialbauten und einem omanischen Fort. Die Insel gehört zu den schönsten und beliebtesten Ferienzielen.

Geschichte/ Sehenswürdigkeiten

Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein war Sansibar Hochburg und Handelsplatz für Elfenbein, Gewürze und Sklaven aus Schwarzafrika. Zu dieser Zeit zog Sansibar nicht nur unzählige See- und Kaufleute sowie Handwerker aus Übersee an, sondern auch Sultan Said verlegte 1840 seinen Regierungssitz von Muscat im ostafrikanischen Oman in die gleichnamige Küstenstadt der Insel. Große Gewinne erzielte die Region damals aus dem Anbau und Export von Gewürznelken, Muskat, Zimt, Pfeffer und natürlich dem Sklavenhandel. Sultan Sayyid Barghash, der Nachfolger von Said, ließ an der Uferpromenade der Stadt Zanzibar-City das modernste Gebäude Ostafrikas errichten, welches sogar schon einen elektrisch betriebenen Fahrstuhl hatte und heute unter dem Namen „House of Wonders“ bekannt ist. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich das Arabische Fort, das zwischen 1698 und 1701 erbaut wurde. Diese große und prachtvolle Burg steht heute allen Besuchern offen und beheimatet zusätzlich diverse Shops und ein Open-Air-Theater.

Noch heute findet man in der Altstadt Stone Town die unübersehbaren Einflüsse arabischer, indischer, persischer und schwarzafrikanischer Kultur. Das spiegelt sich auch in der Verschiedenheit der etwa einer Million Sansibari wieder, wie man die hier lebenden Ureinwohner nennt. Von ihnen sind mehr als 90% Muslime. Die Amtssprache auf Sansibar ist Kisuaheli.

Die Altstadt Stone Town ist wirklich ein einmaliges historisches Denkmal das zu Recht seit dem Jahr 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Hier bieten sich dem Besucher die großen Stadthäuser der arabischen Oberschicht und an Stelle des einstigen Sklavenmarktes ist heute eine anglikanische Kathedrale zu bewundern. Die alte Stadtapotheke, Old Dispensary, übrigens ein sehr beeindruckendes Gebäude, wurde ursprünglich von Sir Tharia Topan 1885 in Auftrag gegeben, doch erst neun Jahre später von seiner Witwe beendet, denn der Bauherr verstarb 1891 in Indien. Ein anderes architektonisches und geschichtliches Highlight ist das Palastmuseum des Sultans. Dieses beeindruckende weiße Gebäude wurde gegen Ende der 1890-er Jahre für die Familie des Sultans errichtet und war ab 1911 die offizielle Residenz des Sultans von Sansibar.

Forodhani Garden, auch bekannt als Nachtmarkt, bietet seinen Gästen eine unglaubliche Vielfalt einheimischer Speisen, beginnend von frischem Fisch bis hin zu exzellenten Süßspeisen. Hier treffen sich sowohl Einheimische als auch Besucher, sitzen bei guter Laune und freundschaftlichen Plaudereien zusammen und genießen das südliche Flair unter dem nächtlichen Sternenhimmel – herrlich!

Zu den einmaligen Erlebnissen eines Sansibarurlaubs zählt mit Sicherheit auch der Besuch und die Besichtigung eines Dhaus, eines traditionellen Holzschiffes. Sie haben weder einen Motor noch irgendwelche Metallteile und verkehren heute noch auf den alten Handelsrouten von damals. Diese Boote halten dem Wasser bei Dauerbetrieb zwischen 10 und 20 Jahren stand und werden noch immer ohne Zuhilfenahme moderner Werkzeuge gebaut. Der Hauptstadt Zanzibar-City vorgelagert ist eine kleine Insel namens Prison Island. Hier kann man ein britisches Kolonialgefängnis besichtigen. Zu einem der modernsten Reiseziele in dieser Gegend zählt zweifellos die „Cholo-Bar“ an der Westküste. An diesem Ort, von einem legendären Piraten gegründet, finden die sogenannten Mondscheinfeste statt, bei dem die Gäste mit Booten an einen „geheimen Ort“ gebracht werden, wo dann bis zum Morgengrauen getanzt und gefeiert wird.

Geografie

Die Geografie dieser Inselgruppe ist sehr bemerkenswert. Die Westküste der Hauptinsel gliedert sich teilweise in atollartige Buchten mit einem schmalen Strandriff und großen Wassertiefen in Ufernähe. Dagegen ist die Ostküste fast ungegliedert und wird von einem mächtigen Strangriff mit hoher Brandung begleitet. In der Westhälfte des Inselinneren befinden sich sowohl Hügelketten als auch sumpfige Niederungen. Der Boden ist außerordentlich fruchtbar. Im Gegensatz dazu ist die Osthälfte eher flach, wasserarm und unfruchtbar. Das Klima auf Sansibar ist maritim und die Temperaturen erreichen im Dezember und Januar ihren Höhepunkt, während das Jahresmittel etwa bei 27°C liegt.

Tourismus

Heute hat sich zusätzlich zum Gewürzanbau und –handel noch ein weiterer Wirtschaftszweig auf Sansibar etabliert, der Tourismus. Infolge großzügiger Investitionen ist ein dichtes Netz von Hotelanlagen und Ferienunterkünften entstanden. Dabei gestalten sich sowohl Niveau als auch Preise an der Ostküste etwas höher als im Westen und im Süden der Insel.

Tauchen/ Schnorcheln

Sansibar beheimatet besonders unter Wasser eine Vielzahl schützenswerter Tierarten. Der indische Ozean bietet dabei mit seinen zahlreichen Atollen und Riffen zum größten Teil noch sehr ursprüngliche Tauchgebiete. Als Tauchresort ist Sansibar noch nicht so erschlossen wie andere Gebiete, jedoch findet man auch hier die notwendige Infrastruktur und Möglichkeiten für einmalige Tauch- oder Schnorchelausflüge. Hier findet man beispielsweise den Bullen- und den Tigerhai oder den Plantonfressenden Walhai, der übrigens keine Zähne hat und trotz seiner beachtlichen Größe von über 13 Metern und etwa 12 Tonnen für den Menschen völlig ungefährlich ist. Viele Meeresschildkröten suchen die Strände dieses Archipels für ihr Brutgeschäft auf.

Kurioses/ Interessantes

Neben aller historischen Kultur findet man auf Sansibar aber auch so manche Kuriosität. 1946 wurde beispielsweise Freddy Mercury, der damals noch Farrokh Bulsara hieß, hier geboren und der deutsche Comedian Oliver Pocher wurde zum Teamchef der Fußball-Nationalmannschaft von Sansibar ernannt. Damit wollte Sansibar ursprünglich den Beitritt zur FIFA erreichen.