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Wissenswertes über Sansibar

Bevölkerung

Die Bevölkerung von Sansibar zählt über eine Millionen Menschen. Durch den historisch bedingten starken Einfluss aus dem arabischen Raum ist der Hauptanteil der Bewohner Muslime. Hierbei trifft man auf Menschen indischer, arabischer, sogar persischer und natürlich afrikanischer Herkunft.

Politik / Verwaltung

Sansibar gilt als halbautonomer Staat von Tansania, das heißt, dass es als Teilstaat über einen eigenen Präsidenten, eine eigene Regierung und ein eigenes Parlament verfügt. Das oberste Gericht ist in seinen Rechtsprechungen nicht dem obersten Gericht von Tansania unterstellt.

Da etwa 95% der Bevölkerung Sansibars Muslime sind, kommt es immer wieder zu Bestrebungen, aus Sansibar einen unabhängigen islamischen Staat zu machen. Daher kann es zu Unruhen kommen, die in den vergangenen Jahren den Tourismus immer wieder beeinträchtigten.


Geschichte

Wie Funde steinzeitlichen Werkzeugs auf Sansibar beweisen, lebten hier bereits vor mindestens 20.000 Jahren Menschen. Gerade im Hinblick auf die Handelsbeziehungen zur arabischen Welt rückte das Archipel später mehr und mehr in den Fokus persischer Handelsreisender, die Sansibar auf dem Weg zwischen dem Mittleren Osten und Afrika als geschützten Hafen nutzten, um von dort aus mit ostafrikanischen Küstenstädten zu handeln. Schnell wurde Sansibar Hochburg und Handelsplatz für Elfenbein, Gewürze und Sklaven aus Schwarzafrika. Große Gewinne erzielte die Region damals aus dem Anbau und Export von Gewürznelken, Muskat, Zimt, Pfeffer und natürlich dem Sklavenhandel. Unzählige See- und Kaufleute sowie Handwerker aus Übersee wurden von dem florierenden Archipel angezogen. Die arabische Präsenz spiegelte sich auch schnell im Stadtbild wider; es wurde die erste Moschee in der südlichen Hemisphäre sowie ein zoroastrischer Feuertempel errichtet.

Schließlich konnten portugiesische Eroberer die Insel unter ihre Kontrolle bringen und sie nahezu 200 Jahre behalten. Im Jahre 1698 fiel Sansibar jedoch an den Sultan von Oman, der die Handelsbeziehungen zur arabischen Welt erneut durch den Handel mit Gewürzen aufleben ließ. Noch aus dieser Zeit stammt die Bezeichnung Sansibars als die so genannte Gewürzinsel.

Nachdem Sansibar im Jahre 1913 zum Britischen Protektorat wurde, erlangte es erst am 10. Dezember 1963 wieder die Unabhängigkeit. Nur vier Wochen später erfolgte die Ausrufung der Volksrepublik Sansibar und Pemba als konstitutionelle Monarchie. Die blutige Revolution der Unabhängigkeitsbemühungen zwischen arabischen und schwarzen Bewohnern hatte bereits zu diesem Zeitpunkt tausende Einwohner in den Tod gestürzt und kam nun mit der Ausrufung der Unabhängigkeit zu einem Ende. Sansibar verbündete sich schließlich am 25. April 1964 unter heftigem politischem Druck von außen mit dem unabhängigen Tanganjika zu dem neuen, gemeinsamen Staat Tansania.

Wirtschaft

Die Wirtschaft in Sansibar gründet sich vornehmlich auf den Anbau von Gewürzen wie Muskatnuss, Zimt oder Pfeffer, Raffiabast und natürlich den Tourismus. Gerade in der Mitte bzw. am Ende des 19. Jahrhunderts machte sich Sansibar durch sein vielseitiges und kostbares Gewürzangebot einen Namen. Damals stammten 90 % der weltweit verkauften Gewürznelken von Sansibar und Pemba. Im Tausch gegen die Gewürze Ingwer, Nelken, Kardamom oder Pfeffer verkauften die arabischen Handelsreisenden Seide und Porzellan an die Inselbewohner.

Heute hat sich zusätzlich zum Gewürzanbau und -handel noch ein weiterer Wirtschaftszweig auf Sansibar etabliert, der Tourismus. Infolge großzügiger Investitionen ist ein dichtes Netz von Hotelanlagen und Ferienunterkünften entstanden.


Geografie

Die Geografie dieser Inselgruppe ist sehr bemerkenswert. Die Westküste der Hauptinsel gliedert sich teilweise in atollartige Buchten mit einem schmalen Strandriff und großen Wassertiefen in Ufernähe. Dagegen ist die Ostküste fast ungegliedert und wird von einem mächtigen Strangriff mit hoher Brandung begleitet. In der Westhälfte des Inselinneren befinden sich sowohl Hügelketten als auch sumpfige Niederungen. Der Boden ist außerordentlich fruchtbar. Im Gegensatz dazu ist die Osthälfte eher flach, wasserarm und unfruchtbar.


Flora, Fauna und Tierwelt

Sansibar hat im Vergleich zum afrikanischen Kontinent eine eher begrenzte Artenvielfalt zu bieten. Einige Tierarten, die es hier gibt, sind aber ausschließlich auf Sansibar anzutreffen. Dies zeugt von der letzten Eiszeit, als die Inseln noch mit dem Festland verbunden waren. Nachdem die Inseln sich schließlich vom Festland gelöst hatten und davon drifteten, entwickelten sich einige Exemplare, wie der Stummelaffe, der Leopard oder die Ginsterkatze durch die Isolation von ihren Artgenossen auf dem Festland anders weiter. Der Sansibar-Stummelaffe ist beispielsweise eine der sehr selten anzutreffenden Primaten, von dem es zurzeit nur noch knapp 1.500 Exemplare auf der Insel gibt. Auch die Sansibar-Ginsterkatze sowie der Sansibar-Leopard sind ausschließlich hier anzutreffen, wobei beim Leopard unklar ist – da dieser lange nicht mehr in der Wildbahn beobachtet wurde – ob er bereits ausgestorben ist. Es gibt eine große Artenvielfalt an Vögeln und Schmetterlingen.

Sansibar beheimatet besonders unter Wasser eine Vielzahl schützenswerter Tierarten. Der indische Ozean bietet dabei mit seinen zahlreichen Atollen und Riffen zum größten Teil noch sehr ursprüngliche Tauchgebiete. Hier findet man beispielsweise den Bullen- und den Tigerhai oder den plantonfressenden Walhai, der übrigens keine Zähne hat und trotz seiner beachtlichen Größe von über 13 Metern und einem Gewicht von etwa 12 Tonnen für den Menschen völlig ungefährlich ist. Viele Meeresschildkröten suchen die Strände dieses Archipels für ihr Brutgeschäft auf.


Kurioses / Interessantes

Neben aller historischen Kultur findet man auf Sansibar aber auch so manche Kuriosität. 1946 wurde beispielsweise Freddy Mercury, der damals noch Farrokh Bulsara hieß, hier geboren.

Der deutsche Comedian Oliver Pocher wurde 2006 zum Teamchef der Fußball-Nationalmannschaft von Sansibar ernannt. Damit wollte Sansibar ursprünglich den Beitritt zur FIFA erreichen.