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Informationen über das Nashorn

Merkmale / Eigenschaften / Steckbrief

Das in Tansania beheimatete Spitzmaulnashorn zählt wie alle Nashörner (auch Rhinozeros genannt) zu den Unpaarhufern und verfügt diesbezüglich an jedem der stämmigen Beine über drei kräftige, behufte Zehen. Die zwei Hörner des Spitzmaulnashorns bestehen weder aus Elfenbein noch aus Knochen, sondern aus einem speziellen Protein, einem Oberhautgebilde, das üblicherweise auch in Fell und Haaren vorhanden ist. Die ursprünglich stumpfen Hörner verformen sich im Laufe der Zeit durch Kämpfe mit anderen Nashörnern sowie durch Wetzen an Bäumen und am Boden zu einer Spitze.

Nashorn mit Madenhackern
Nashorn mit Madenhackern auf dem Rücken

Nicht selten werden die Nashörner von Kuhreihern und Madenhackern begleitet, die mit den massigen Tieren in einer friedlichen Symbiose leben und deren ledrige Haut von lästigen Parasiten befreien. Die Tiere können ausgewachsen mehr als 1,5 Tonnen wiegen, dabei erreichen sie eine Länge von vier Metern und eine Schulterhöhe von 1,5 Metern. Nashörner besitzen eine dicke Haut, welche auch irrtümlich als Panzer bezeichnet wird, zum Schutz vor Dornen und Angriffen.


Nashörner sind stark kurzsichtig, sie können kaum weiter als 20 Meter sehen, dafür aber umso besser riechen und hören. Sie meiden die Nähe des Menschen und sind sehr scheu. Nashörner, die in die Enge getrieben werden, greifen ohne Vorwarnung an. Mit 45 Stundenkilometern ist der ansonsten recht behäbig wirkende und mehrere Tonnen schwere Dickhäuter alles andere als langsam.

Nashorn - gut zu sehen sind die beiden Hörner
Nashorn - gut zu sehen sind die beiden Hörner

Verbreitung / Lebensraum

Das Spitzmaulnashorn war früher in nahezu allen Savannen Afrikas verbreitet. In der heutigen Zeit ist es jedoch außer in Tansania nur noch in Namibia, Kamerun, Kenia und Simbabwe zu finden. In Swasiland, Malawi, Südafrika und Ruanda wurde es wieder eingebürgert.

Nashorn mit Jungtier
Nashorn mit Jungtier

Ernährung / Nahrung

Das Nashorn ist ein Pflanzenfresser. Im Gegensatz zum Afrikanischen Breitmaulnashorn, das mit seinem breiten Maul das Gras vom Boden weidet, ernährt sich das Spitzmaulnashorn überwiegend von Laub und Zweigen, die es mit seiner zugespitzten Lippe von den Bäumen rupft. Die Leibspeise des massigen Pflanzenfressers sind Akazien. Der bevorzugte Lebensraum des Tansanianischen Nashorns bildet daher der Waldrand sowie Dornbuschsavannen mit reichlich Strauch- und Baumbewuchs.

Nashörner beim Grasen
Nashörner beim Grasen

Fortpflanzung / Paarung

Als dämmerungs- und nachtaktives Tier lebt das Tansanianische Nashorn als Einzelgänger. Während der kurzen Brunft von nur wenigen Tagen finden die Bullen und Kühe jedoch zueinander. Während sich die Bullen außerhalb der Paarungszeit relativ friedlich begegnen, so kann es während der Brunft beim Streit um eine Nashornkuh zu mitunter tödlich endenden Kämpfen kommen.

Nashorn-Junges mit Mutter
Nashorn-Junges mit Mutter

Das Kalb erblickt nach etwa 450 Tagen Tragezeit mit einem Gewicht von 25 bis 40 Kilogramm das Licht der Welt und wird im Anschluss daran zwei Jahre lang von der Mutter gesäugt. Sind die Jungtiere geschlechtsreif, verlassen sie das Muttertier und werden selbständig. Weibliche Nashörner erreichen die Geschlechtsreife mit etwa fünf Jahren, männliche mit etwa acht Jahren. Das Tansanianische Nashorn kann mitunter 45 Jahre alt werden.


Feinde

Mit Ausnahme des Menschen (Wilderei) haben die wehrhaften Nashörner fast keine natürlichen Feinde zu fürchten. Es ist sehr selten, dass ein junges Nashorn von einem Löwen erbeutet wird oder dass die Tiere beim Trinken einem hungrigen Krokodil zum Opfer fallen. Nashörner können ein Alter von bis zu 40 Jahren erreichen.