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Informationen über das Gnu

Merkmale / Eigenschaften / Steckbrief

Das zur Gruppe der Kuhantilopen gehörende Gnu durchstreift in Herden von bis zu tausend Tieren weite Teile Afrikas. Dabei unternehmen die Wiederkäuer größere Wanderungen durch die Savannen. In überwiegend trockenen Lebensräumen setzen sich die Herden nicht selten aus Tieren verschiedenen Geschlechts und Alters zusammen, in der Regel leben die männlichen jedoch von den weiblichen Tieren getrennt. Insbesondere die Herden der Kühe und ihrer Kälber können mitunter sehr viele Individuen beherbergen.

Weibliches Streifen-Gnu
Weibliches Streifen-Gnu

Die weiblichen Jungtiere bleiben in der Regel ein Leben lang in der Gruppe, in die sie hineingeboren wurden. Die jungen Bullen verlassen mit etwa einem Jahr die Herde und verbringen die folgenden zwei Jahre in einem Junggesellenverband. Die männlichen Gnus verlassen dann im Alter von drei Jahren mit Erreichen der Geschlechtsreife den Verband und leben fortan auf der Suche nach einem eigenen Territorium als Einzelgänger.


Das Gnu besitzt eine auffällige Erscheinung. So tragen beide Geschlechter kurze, kräftige und nach oben gebogene Hörner, die denen der Rinder sehr ähnlich sind. Insbesondere von hinten betrachtet ähnelt das Gnu mit seinem ungewöhnlich lang behaarten Schweif ein wenig einem Pony, während es ansonsten trotz der langen schwarzen Mähne eher einem Rind gleicht.

Gnu-Herde
Gnu-Herde

Verbreitung / Lebensraum

In Tansania sind die Gnus insbesondere während der Regenzeit in sehr großer Zahl anzutreffen. Während die Herden Ende Mai bzw. Anfang Juni in Richtung Südkenia ziehen, kehren sie zum Jahresende nach Tansania zurück.

In Tansania leben zwei verschiedene Gnuarten - das Streifengnu und das Weißbartgnu. Letzteres ist fast ausgestorben und nur noch im Norden Tansanias sowie in Süd- bzw. Südostkenia verbreitet. Während das Streifengnu mit einer Schulterhöhe von etwa 1,40 Metern und einem Gewicht von etwa 270 kg eine stattliche Erscheinung ist, ist das Weißbartgnu mit nur 1,20 Metern Schulterhöhe deutlich kleiner. Des Weiteren lebt in Südtansania noch das Njassa-Gnu, das durch eine charakteristische weiße Gesichtszeichnung auffällt.

Gnu im Ngorongoro Krater
Gnu im Ngorongoro Krater

Fortpflanzung / Paarung

Durchstreift eine Herde weiblicher Gnus das Territorium eines Bullen, so paart sich dieser mit den jeweiligen Kühen. Dabei kommt es immer wieder zu ernsthaften Auseinandersetzungen mit Rivalen, die nicht selten in heftigen Kämpfen enden. Die Kälber werden nach einer Tragzeit von neun Monaten überwiegend im Sommer geboren. In der Regel gebährt eine Gnukuh ein einziges Kalb, das im Anschluss weitere neun Monate gesäugt wird.

Gnu-Herde zusammen mit Zebras
Gnu-Herde zusammen mit Zebras

Feinde

Da die Gnus zahlreiche Feinde haben, wird das Höchstalter von etwa zwanzig Jahren nur sehr selten erreicht. Gnus sind die bevorzugte Beute vieler Raubtiere wie Löwen oder Hyänen. Des Weiteren sterben jährlich mehrere tausend Gnus in den Mäulern hungriger Krokodile, da die Grasfresser während ihrer ausgedehnten Wanderungen unter anderem auch zur Flussüberquerung gezwungen sind.