headerphoto

Informationen über die Giraffe

Merkmale / Eigenschaften / Steckbrief

Als höchstes auf dem Land lebendes Säugetier der Welt überragt die bis zu sechs Meter hohe Steppengiraffe alle anderen Tiere der afrikanischen Savanne, wobei etwa die Hälfte der Körperhöhe auf den Hals entfällt. Während die weibliche Giraffe allgemein etwas kleiner und somit auch leichter ist, kann ein ausgewachsener Giraffenbulle ein Gewicht von fast zwei Tonnen mit einer Schulterhöhe von bis zu 3,5 Meter erreichen. Das markanteste Erkennungszeichen der Giraffe ist ihr überlanger Hals, der jedoch wie bei allen anderen Säugetieren lediglich aus sieben Wirbeln besteht, welche bei der Giraffe jedoch sehr stark verlängert sind. Die Stabilisierung des Halses erfolgt durch eine kräftige Sehne.

Markenzeichen der Giraffe: Der lange Hals
Markenzeichen der Giraffe: Der lange Hals

Auch organisch unterscheidet sich die Giraffe von vielen anderen Tieren. So besitzen Giraffen bedingt durch den langen Körperbau ein sehr leistungsstarkes, rund zwölf Kilogramm schweres Herz, das dazu in der Lage ist, pro Minute 60 Liter Blut durch die Gefäße zu pumpen.


Neben dem Hals ist die Fellzeichnung ein weiteres charakteristisches Merkmal der Massai-Giraffe in Tansania. So sind die dunkleren, braunen Flecken auf einem hellen Untergrund angeordnet. Die Flecken erfüllen nicht nur den Zweck der Tarnung, sondern dienen darüber hinaus auch der Temperaturregulierung. Denn die dunklen Flecken sind von einem im Unterhautgewebe befindlichen Arterienring umgeben, dessen Verästelungen in den Bereich der Flecken hineinreichen. Die Haut unter diesen Flecken ist demnach besonders stark durchblutet, wodurch wiederum die überschüssige Körperhitze an die Umwelt abgegeben wird. Das Fell selbst ist mit einer Reihe bakterien- und pilzhemmender Substanzen ausgestattet. Selbst Zecken können der Giraffe nichts anhaben.

Charakteristische Fellzeichnung
Charakteristische Fellzeichnung

Darüber hinaus sind beide Geschlechter mit mindestens einem behaarten Hornpaar ausgestattet. Dank der langen Beine können fliehende Giraffen eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 55 km/h erreichen. Auf weichem und sumpfigem Untergrund kommen die Tiere allerdings nur schwer voran. Giraffen kommunizieren untereinander im Infraschallbereich. Mit unter 20 Hertz liegt die Frequenz in einem Bereich, der für Menschen nicht mehr hörbar ist.


Verbreitung / Lebensraum

Während die Zahl der Giraffen in Afrika allgemein rückläufig ist, gibt es in Tansania noch größere Bestände. Die Tiere sind dabei fast nur in den Savannen-Gebieten südlich der Sahara anzutreffen. Da die Fortbewegung in sumpfigen Gebieten jedoch nur erschwert möglich ist, sind sie hier fast nie anzutreffen.

Giraffe im Arusha Nationalpark
Giraffe im Arusha Nationalpark

Ernährung / Nahrung

Mit ihren langen Hälsen beweiden Steppengiraffen 16 bis 20 Stunden am Tag die Kronen der Bäume. Hier haben sie eine ganz besondere Schwäche für Akazien. Die bläuliche Zunge dient als Greifwerkzeug, welches bis zu 50 cm lang sein kann. Eine ausgewachsene Giraffe benötigt am Tag etwa 30 kg pflanzliche Nahrung.

Giraffen können mitunter mehrere Wochen ohne Wasser auskommen, da der Bedarf in der Regel aus der Nahrung abgedeckt wird. Das Trinken aus einer Wasserquelle bereitet den Tieren Probleme, da sie hierfür die Vorderbeine sehr weit auseinanderspreizen müssen, um an das begehrte Nass überhaupt heranzukommen.

Giraffe bei der Nahrungsaufnahme
Giraffe bei der Nahrungsaufnahme

Fortpflanzung / Paarung

Während die Weibchen gesellig in kleinen Herdenverbänden leben, sind die ausgewachsenen Bullen passionierte Einzelgänger, die sich mit ihren Geschlechtsgenossen mitunter heftige Kämpfe um die Kühe liefern.

Nach der Paarung bringt die Kuh nach einer Tragzeit von 14 bis 15 Monaten in der Regel ein einziges Kalb (ca. 50 kg) zur Welt, das etwa eine Stunde nach der Geburt bereits auf den Beinen stehen kann. Nach eineinhalb Jahren trennt sich das Jungtier von seiner Mutter, mit etwa vier Jahren ist es geschlechtsreif.

Giraffenbulle
Giraffenbulle

Feinde

Ausgewachsene Giraffen setzen sich durch Schläge ihrer Vorderhufe zur Wehr und haben somit kaum natürliche Feinde. Junge Giraffen werden dagegen häufig Opfer von Leoparden, Hyänen, Löwen oder Wildhunden.