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Informationen zur Höhenkrankheit (AMS)

Die Höhenkrankheit kann bei Menschen auftreten, welche sich in größere Höhen begeben (über 2.500 m). Folglich werden Bergsteiger auch auf dem Kilimandscharo häufig von dieser heimgesucht.


Ursache der Höhenkrankheit

Ursache der akuten Höhenkrankheit (acute mountain sickness = AMS) ist der niedrige Sauerstoffgehalt der Höhenluft, welcher zu einem Mangel an Sauerstoff in Blut und Gewebe führt. Ein wichtiger Aspekt ist, dass niemand die Höhenkrankheit ganz plötzlich und unerwartet bekommt, da sie sich in "Stadien" entwickelt. Das Ausmaß der Erkrankung wird bestimmt von der angestrebten Höhe und der Geschwindigkeit des Aufstiegs. In Höhenlagen unter 2.500 Metern bleiben Bergwanderer meist symptomfrei. Steigt der Bergsteiger schnell in große Höhen auf, beschleunigen sich Atmung und Herzschlag. Der Blutdruck in den Lungengefäßen steigt an. Stoffwechselstörungen sind die Folge. In großen Höhen sinkt die Temperatur und die Luft enthält weniger Wasser. Der Bergsteiger verliert beim Ausatmen umso mehr davon, was zu einer Verdickung des Blutes führt und die Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff zusätzlich erschwert.

Die Höhenkrankheit wird auch als D`Acosta Krankheit bezeichnet. Der spanische Gelehrte Jose de Acosta hatte die Symptomatik der Erkrankung im 16. Jahrhundert bei sich beobachtet und erstmals beschrieben.


Normale Höhenanpassung

Der menschliche Körper braucht Zeit, um sich an extreme Höhenlagen anzupassen. Jeder zweite Bergsteiger, der schnell und ohne Akklimatisation auf Höhen von mehr als 2.500 Metern aufsteigt, wird mehr oder minder von der Höhenkrankheit betroffen sein. Wer unter Kopfschmerzen oder Erschöpfung leidet, sollte den Aufstieg unterbrechen oder stark verlangsamen, um dem Körper Zeit zu geben, sich an die veränderten Umstände anzupassen. Ein erhöhter Pulsschlag wird sich in Ruhe schnell normalisieren, auch Appetitverlust und Harndrang gelten als Teil einer normalen Höhenanpassung.


Prophylaxe / Vorbereitung

Körperliche Fitness allein ist kein Garant, von der Höhenkrankheit verschont zu bleiben. Bei Rauchern oder älteren Menschen liegt nach dem derzeitigen Kenntissstand ebenfalls kein erhöhtes Erkrankungsrisiko vor.

Wichtig ist es, beim Aufstieg langsam und bedacht zu Werke zu gehen. Bei Höhen zwischen 1.500 und 3.000 Metern sollte man nicht mehr als 500 Höhenmeter pro Tag bewältigen. Sein Nachtlager sollte man immer unterhalb des erreichten Höhen-Tagespensums aufschlagen, da die Atemfrequenz und die Sauerstoffaufnahme nachts sinken und die Gefahr eines Lungenödems deutlich ansteigt. Bergsteiger haben einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf und sollten diesen entsprechend ausgleichen. Alkoholkonsum ist dabei tabu. Alkoholische Getränke verlangsamen die Atmung und mindern die Konzentration, so können auch erste Symptome einer Höhenkrankheit nicht mehr rechtzeitig bemerkt werden.

Häufig werden zur Prophylaxe der Höhenkrankheit auch Medikamente empfohlen. Diese Empfehlung teilen wir nicht. Zum einen unterdrücken die Medikamente die Symptome der Höhenkrankheit, zum anderen sind Nebenwirkungen, wie übelkeit und Müdigkeit, nicht auszuschließen.


Erkrankung

Bei 30% aller Bergsteiger wurden in Höhen von mehr als 3.000 Metern leichte Beschwerden der Höhenkrankheit festgestellt. Durch den Sauerstoffmangel steigen Atemfrequenz und Pulsschlag. Die Zahl der roten Blutkörperchen vermehrt sich und es steigt das Risiko von Thrombosen und ödemen. Wenn die Beschwerden nicht abklingen und sich auch beim Abstieg verschlimmern, muss eine sofortige Sauerstofftherapie im nächsten Krankenhaus eingeleitet werden.

Bergsteiger mit Asthma Bronchiale haben grundsätzlich keine stärkere Neigung zur Höhenkrankheit. Die kältere Luft sowie die mit der Besteigung verbundene Anstrengung können jedoch Asthmaanfälle provozieren.


Symptome

Am Anfang der Höhenkrankheit wird der Betroffene unter Kopfschmerzen, übelkeit und Gleichgewichtsstörungen leiden. Verschlimmern sich die Beschwerden, kommt es zu Kurzatmigkeit, Erbrechen, fehlender Harnproduktion oder apathischen und euphorischen Zuständen.

Hat sich Flüssigkeit in der Lunge angesammelt, kommt es zu Husten, welcher von schaumigem, bräunlichen Auswurf bekleidet ist. Eine Anschwellung des Gehirns hat Seh- und Bewusstseinsstörungen zur Folge. Für den Patienten besteht nun akute Lebensgefahr und er muss unverzüglich in geringere Höhen transportiert werden.


Medikamente / Mittel

Häufig werden zur Prophylaxe der Höhenkrankheit Medikamente empfohlen. Diese Empfehlung teilen wir nicht. Zum einen unterdrücken die Medikamente die Symptome der Höhenkrankheit, zum anderen sind Nebenwirkungen wie übelkeit und Müdigkeit, nicht auszuschließen. Normalerweise ist eine medikamentöse Unterstützung der Höhenverträglichkeit nicht notwendig. Die Befolgung einer nach den bekannten Regeln konzipierten Aufstiegsstrategie ist vollkommen ausreichend.

Im Folgenden werden die gängigsten Mittel und deren Dosierung kurz erläurtert. Für weiterführende Informationen und eine detaillierte Erläuterung der Nebenwirkungen wird auf entsprechende Fachberatung verwiesen.

Diamox

Dieses wohl populärste Medikament beruhigt die Atmung und verbessert den Gasaustausch des Körpers. Als Dosierung wird die Einnahme von jeweils zweimal einer Tablette, beginnend einen Tag vor dem Aufstieg, empfohlen. Vor der Einnahme sollte unbedingt auf die Verträglichkeit von Acetazolamid geachtet werden. Als Nebenwirkungen treten u.a. häufiges nächtliches Urinieren, Magen-Darm Beschwerden und Kribbeln in Fingern und Füßen auf.

Dexamethason

Dieses Mittel wird als Notfallmedikament bei schwerer Höhenkrankheit eingesetzt. Es sollte nicht zur prophylaktischen Behandlung eingenommen werden, da schwere Nebenwirkungen (bspw. Magengeschwüre) auftreten können. Als Dosierung wird zu Beginn 8 mg und dann alle sechs bis acht Stunden eine Dosis von weiteren 4 mg empfohlen.

Nifedipin

Nifedipin senkt den Druck in den Lungengefäßen und verbessert den Sauerstoffaustausch. Es wird oft als Notfallmedikament zur Behandlung des Höhenlungenödems eingesetzt. Derzeit existieren jedoch keine Studien bei längerer Einnahme (über 4 Tage). Als Nebenwirkungen treten u.a. Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auf. Bei Auftreten der Höhenkrankheit sollten sofort und danach alle weitere acht Stunden jeweils 20 mg eingenommen werden.

Aspirin

Das bekannte Kopfschmerzmittel ist auch ein oft genanntes Mittel zur Prophylaxe gegen die Höhenkrankheit. Die regelmäßige Einnahme wird jedoch speziell aufgrund der Gerinnungshemmung dieses Medikaments nicht am Berg empfohlen.

Viagra

Derzeit liegen noch keine verlässlichen Studien darüber vor, inwiefern Viagra oder andere Potenzmittel wirklich als Prophylaxe-Mittel gegen die Höhenkrankheit geeignet ist. Daher wird von der Einnahme abgeraten.

Weitere Mittel

Weitere häufig genannte Mittel sind Coca (Südamerika), homöopathische Mittel oder Tee gegen Höhenkrankheit. Für keines der genannten Mittel existieren Studien, von der Nutzung wird daher abgeraten.

Bitte beachten Sie, dass tansania-entdecken.de keine Gewähr für die Korrektheit und Vollständigkeit dieser Informationen sowie für gegebenenfalls daraus resultierenden Schaden übernimmt. Für Ihre individuelle Gesundheitsfürsorge lassen Sie sich vor Reiseantritt bitte von Ihrem Arzt beraten.