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Wie viele Tage werden für den Kilimandscharo empfohlen?

Der Kilimandscharo hat nicht nur in Tansania oder ganz Afrika den Ruf ein "einfacher" Berg zu sein. Dennoch sollte auf Ihrer Reise der Berg und die bei der Besteigung auftretenden Risiken nicht unterschätzt werden. Obwohl sich doch viele Touranbieter damit rühmen, dass im Schnitt angeblich mehr als 90 % der Wanderer den Gipfel des Kilimandscharos erfolgreich besteigen, kann dies statistisch einfach nicht der Wahrheit entsprechen. Sofern die Anbieter nicht bereits im Vorfeld der Besteigung eine Vorselektion unter den Wanderern vornehmen und nur 8 bis 9 Tagestouren anbieten, sollten Sie solchen Versprechungen keinen Glauben schenken.



Generell gilt: Je mehr Tage man bei der Besteigung am Berg verbringt, desto besser stehen die Chancen, den Gipfel des Kilimandscharos zu erreichen.


Anbei eine aus Sicht des Verfassers repräsentativere Erläuterung (über alle Routen), wie sich die Erfolgsquote auf eine erfolgreiche Besteigung des Kilimandscharos in Verbindung mit der Dauer erhöht:

Erfolgsquote auf allen Routen des Kilimandscharos: 45%

Erfolgsquote auf allen Routen auf 5-Tagestouren: 27%

Erfolgsquote auf allen Routen auf 6-Tagestouren: 44%

Erfolgsquote auf allen Routen auf 7-Tagestouren: 64%

Erfolgsquote auf allen Routen auf 8-Tagestouren: 85%


Natürlich besteht eine starke Beziehung zwischen der Dauer der Besteigung und dem Gipfelerfolg. Dies ist weniger auf die bergsteigerischen bzw. Trekking Fähigkeiten oder die physische Kondition des Wanderers zurückzuführen, sondern vor allem auf die Akklimatisation am Kilimandscharo. Nur wer dem Körper bei der Besteigung genug Zeit gibt, sich an die Höhe zu gewöhnen und einen bzw. zwei Tage zur Akklimatisation am Kilimandscharo einlegt, kann mit relativer Sicherheit davon ausgehen, den Gipfel zu besteigen. Dennoch ist unklar, wie das Individuum auf die Höhe und die damit mögliche Höhenkrankheit reagiert. Während einige Menschen sich schnell an den mangelnden Sauerstoffgehalt in der Luft anpassen, haben andere mit für die Höhenkrankheit typischen Symptomen wie Kopfschmerzen, Verwirrung und Sinnestäuschungen zu kämpfen. Selbst bei guter Gesundheit und einem fitten Körpergefühl ist dies keinerlei Garant für eine erfolgreiche Gipfelbesteigung.

Die letzten Meter zum Uhuru Peak
Die letzten Meter zum Uhuru Peak

Für jede der sechs Routen, die zum Gipfel des Kilimandscharos führen, gibt es eine Mindestanzahl an Tagen, die man auf seiner Trekking Reise unbedingt einhalten sollte. Diese sind jedoch nicht mit den für jede Route allgemein gängigen Empfehlungen zu verwechseln. Wie bereits erwähnt wird in jedem Falle empfohlen, ein bis zwei Akklimatisierungstage am Kilimandscharo einzulegen, damit sich der Körper an die Höhe gewöhnen kann.


Es sollte nicht das Ziel sein, so schnell wie möglich den Gipfel zu erklimmen, sondern vielmehr den Gipfel des höchsten Bergs Afrikas durch eine sichere und unvergessliche Besteigung zu erreichen. In diesem Fall greift der Spruch: Der Weg ist das Ziel.


Strahlend blauer Himmel am Gipfeltag der Besteigung
Strahlend blauer Himmel am Gipfeltag der Besteigung

Es ist möglich, den Kilimandscharo innerhalb von fünf oder sechs Tagen zu besteigen. Einige Wanderer möchten die Anzahl der am Berg verbrachten Tage so gering wie möglich halten, um Kosten und auch Urlaubstage zu sparen. Dies ist absolut verständlich, doch investiert man auf der Reise die zusätzlichen Kosten, die für ein bis zwei Akklimatisierungstage anfallen, nicht nur in die eigene Sicherheit, sondern auch in die erhöhte Chance einer erfolgreichen Besteigung des Kilimandscharos. Des Weiteren lernt man, wenn man sich etwas mehr Zeit gibt, den Berg und dessen Flora und Fauna besser kennen und setzt seinem Körper weniger Stress und Belastung aus.

Ausblick vom Gipfel des Kilimandscharos
Ausblick vom Gipfel des Kilimandscharos

Fragen Sie sich daher bereits bei der Planung und der Auswahl der gewünschten Route, ob Sie sich zutrauen, den Gipfel innerhalb von fünf bis sechs Tagen zu besteigen. Dies birgt allerdings das Risiko, im schlimmsten Fall bereits in den ersten Tagen umkehren zu müssen oder den finalen Tag nicht zu schaffen, da sich Ihr Körper nicht so schnell an die Höhenluft anpassen kann. Möchte man seinem Körper gerecht werden und die Chancen für eine erfolgreiche Gipfelbesteigung erhöhen, so sei an dieser Stelle nochmals angeraten, ein bis zwei Akklimatisierungstage am Berg einzulegen.