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Nationalparks in Tansania

Die Faszination der Nationalparks in Tansania

Tansania, das wirtschaftlich sehr arme Land im Osten Afrikas, ist reich an natürlicher Vielfalt. Das Land, dessen Menschen von der Landwirtschaft und vom Tourismus leben, hat sich zum Ziel gesetzt, seine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt in 14 Nationalparks und Naturschutzgebieten zu bewahren. Von den geschützten Gebieten, die rund 42.000 Quadratkilometer einnehmen, ist der größte Nationalpark die Selous Game Reserve im Süden. Als bekanntester Nationalpark gilt die Serengeti im Norden des Landes.

Migration

Ein faszinierendes Naturschauspiel spielt sich alljährlich in der nordtansanischen und kenianischen Serengeti ab. Rund zwei Millionen Streifengnus, Weißbartgnus, Zebras Gazellen, Topis und Elenantilopen wandern in riesigen Herden durch die Serengeti, getrieben von der Suche nach nahrhaften Gräsern und dabei gejagt von Raubtieren, ihren natürlichen Feinden. Im Januar und Februar halten sich die Tiere zunächst Serengeti Plains (im Süden der Serengeti) und in benachbarten Regionen und Nationalparks auf, wo sie sich auf grasbewachsenen Böden ernähren. Es ist die Zeit, in der zahlreiche Zebrafohlen und Gnukälber geboren werden. Die Tiere leben dort nicht ohne Gefahr, da sich Löwen, Hyänen und Geparden stets in der Nähe befinden.

Migration - Wanderung der Herden
Migration - Wanderung der Herden

Mit den im April einsetzenden starken Regenfällen in der Region beginnen die Herden ihre Wanderung in nordwestlicher Richtung. Sie passieren im Mai den „Western Corridor“, wandern über die Naabi-Hügel entlang dem Fluss Mbalageti zum Fluss Grumeti. Ohnehin schon in ständiger Bedrohung durch Raubtiere, erwartet die Herde bei der Durchquerung des Grumeti zum Ende der Regenzeit im Juni eine weitere Gefahr durch Krokodile, die im Fluss auf Beute lauern. Im Juli, der kühleren Winterzeit in der Serengeti, besiedeln die Tiere das Gebiet des Grumeti, teils auch die Lobo-Region, bevor sie ihre Wanderung nach Norden fortsetzen. Im August erreichen sie die Region Ikorongo. Die große Wanderung führt die Tiere im September und im sehr trockenen Monat Oktober in das kenianische Gebiet Masai Mara, in dem sie trotz der Trockenheit hinreichend Wasser finden. Im November beginnt der Rückmarsch in Richtung Süden, wo nach der nun anbrechenden Regenzeit neues Gras heranwächst, das sie ernähren wird.

Ideale Reisezeit

Da die Tiere kontinuierlich ihre Standorte ändern, ist die ideale Reisezeit sehr stark von der Region abhängig, die man bereist. Tansaniareisenden, die die eindrucksvollen Herden in der südlichen Serengeti beobachten möchten, sollten zwischen Dezember und März anzureisen - der Zeitraum in dem sich die Tiere in der südlichen Serengeti und umliegenden Naturreservaten aufhalten.

TANAPA - Tanzania Nationalpark

Mit der TANAPA (Tanzania Nationalpark) wurde eigens eine Organisation geschaffen, die für die Verwaltung der Nationalparks und Schutzreservate zuständig ist. Die TANAPA legt Wert auf naturschonenden Tourismus, der es den Besuchern der Nationalparks erlaubt, ihre faszinierende Fauna und Flora zu erleben, ohne ihren natürlichen Lebensrhythmus zu stören. Bewusst wird in einigen Bereichen der Nationalparks auf den Bau von Straßen verzichtet und werden Touristenströme möglichst entzerrt, um störende Menschenansammlungen zu verhindern. Unterkünfte werden naturschonend gebaut und bewirtschaftet.

Zu den Aufgaben der TANAPA zählt auch der Schutz der Nationalparks gegen einheimische Eindringlinge und Wilderer, die im illegalen Raubbau am Tier- und Pflanzenbestand eine lukrative Einnahmequelle sehen. Diese Schutzmaßnahmen gehen einher mit Hilfs- und Bildungsprogrammen für die ansässige und benachbarte Bevölkerung, um ihr eine Existenz im Einklang mit den Nationalparks zu ermöglichen und ihre Akzeptanz für die Parks zu erhöhen. Ein Teil der Gebühreneinnahmen der Naturreservate fließt deshalb in Hilfsprojekte wie den Bau von Schulen, Krankenhäusern und Straßen sowie in eine bessere Wasserversorgung.

Die Nationalparks können in Gruppen oder individuell auf Geländewagen-Safaris, teils in Wanderungen, mit kompetenter einheimischer Führung bereist werden. Auch Motorradtouren und Ballonüberfahrten werden vereinzelt angeboten. Mit Kleinflugzeugen können weitere Distanzen überbrückt werden. Die Palette an Unterkünften reicht von Lodges (kleine Gasthäuser und Hotels), über luxuriöse private Camps bis hin zu öffentlichen Zeltcamps mit eher bescheidener, landestypischer Ausstattung. Die Camps können stationär oder mobil sein.